Warum wir immer wieder scheitern bei dem Versuch uns zu ändern…

Diesen Satz kennen wahrscheinlich einige von uns. Wie oft hast du ihn schon ausgerufen und wie oft bist du in deinem verzweifelten Versuch etwas zu ändern gescheitert? Wie oft bist du schon wieder aufgestanden, hast verschieden Sachen ausprobiert, nur, um danach wieder hinzufallen? Es gibt sehr viele sehr gute Seminare und Hilfestellen für Süchte, die ich jedem ans Herz legen möchte. Der Weg raus ist nicht einfach und Begleitung ist sehr wichtig. Das Thema ist so umfangreich, dass man sehr viel mehr Zeit bräuchte als diesen Text hier. Das ist meine Geschichte. Ich habe in den letzten beiden Jahren eine Erkenntnis getroffen, die mich individuell so befreit hat, dass ich sie mit euch teilen muss.

Wie alles bei mir anfing.

Lass mich eine Sache von Anfang an klarstellen: Ich selbst habe knapp 3 Jahre in Sucht gelebt. Mit 16 Jahren zeigten mir Klassenkameraden bei den Hausaufgaben ein Video mit nackten Frauen und mit einem Schlag wurde mir verdeutlicht: Das anzuschauen sei anscheinend völlig normal. Ich habe ja wirklich was verpasst im Leben und das muss ich jetzt nachholen. So dauerte es nicht lange und aufgrund des riesigen Angebotes war ich schnell süchtig. Wenn die Statistik stimmt, dann haben nur 3% der Männer nie Pornos konsumiert, ich bin also nicht alleine. Ich habe Vorlieben entwickelt und in mir drin sind Dinge geschehen, die mein Bild von Beziehung und Frauen verändert haben. Man kann sich irgendwann in seinem Alltag nicht mehr retten vor Emotionen und Eindrücken, die einen immer wieder in die Sucht treiben wollen. Es war wirklich schlimm. Ich habe sogar meinen Tag danach geplant und mir bewusst freie Zeitfenster geschaffen. Ich weiß also sehr gut, was dieses Thema mit sich bringt. Pornos zu schauen hat mich beherrscht. Es hat mein Herz bestimmt und meine gesunden Gedanken über Frauen, Ehe und Beziehungen völlig verschoben. Aber es gibt nicht nur Sucht nach Pornos. Menschen werden abhängig von Dingen, die der „Feind“ bewusst gegen sie einsetzt. Er kennt genau die Schwächen, Vorlieben und Wunden von uns. Alkohol, Drogen, Pornos, Nikotin, Narzissmus, Nägel kauen, Haare ausreißen, Perfektionismus,… alles kann zur Sucht werden.

Was sagt denn die Bibel?

Was unumstritten bleibt sind die biblischen Aussagen, die gegen jede Art von Sucht und Abhängigkeiten stehen, wie zum Beispiel 1.Korinther 6,12:

„Mir ist alles erlaubt, aber ich will mich nicht von irgendetwas beherrschen lassen.“

1.Korinther 6,12

Wir sind nur zu einer Abhängigkeit berufen und das ist die Abhängigkeit von Jesus allein. Er befreit und schenkt uns ein Leben in Freiheit, wenn wir bereit sind uns auf ihn einzulassen und unsere Lebensweise zu verändern. Ja, du hast richtig gehört: wir müssen etwas verändern, ohne Frage. Erkenne, dass du etwas ändern musst an deiner Lebensweise, raus aus der Sucht und hinein in die Freiheit mit Jesus. Ich wusste das und bin trotzdem in dieser Sucht stecken geblieben. Das Fazit war eindeutig: Je mehr ich versuche mich zu ändern, meinen Tag anders zu planen, der Sucht auszuweichen oder mich anzustrengen, desto jämmerlicher werde ich enden. Es muss also ein weiterer Schritt dem Wunsch nach Veränderung folgen…

Was hat mir am Ende wirklich geholfen? Eine Frau. Zunächst klingt das ganz einfach. Céline kam in mein Leben und ich wusste, ich muss aufhören mir diese Filme reinzuziehen, aus Liebe, Respekt und Vorfreude konnte ich augenblicklich die Sucht besiegen. Bis vor einer Woche habe ich das nicht verstanden. Ist es so einfach mit einer Sucht abzuschließen, so nach dem Motto: Fülle dein Loch, was du vorher mit Pornos gefüllt hast, mit einer viel besseren Sache? Ist das der 2. Schritt, den wir suchen? Ich glaube es ist erst einmal wichtig, für sich ein höheres Ziel zu setzen. Ich verzichte, um Gott alle Ehre zu geben, weil ich mich nicht von dieser Sucht beherrschen lassen möchte. Es geht dann nicht mehr um dich und dein Leben, sondern um Gott, deinen Lebenspartner, deinen zukünftiger Lebenspartner, deinen besten Freund,… Lebe nicht für eigene Ziele, sondern für höhere Ziele, wo es nicht um dich geht. Um diesen wirklich schwierigen Prozess bestehen zu können, habe ich eine Sache erkannt:

Die Suche nach der Wurzel.

Dallas Willard schreibt einen genialen Satz: „Du wirst nur verwandelt werden, wenn du deine Einzelteile verstehst.“ Ich muss lernen meinen Körper zu verstehen und die Wurzel des Problems finden. WARUM genau lebe ich in meiner Sucht? Brauche ich Liebe? Will ich Druck abbauen? Fühle ich mich einsam? Ist mir langweilig? Wurde ich verletzt? Habe ich Ängste? Ich nehme mir also einzelne Aspekte meines Körpers und höre auf die Seele, die Gott mir geschenkt hat. Mach dich auf die Suche nach deinem 2. Schritt.

Das Herz= Wille und Geist

„Der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Ihn sollt ihr von ganzem Herzen lieben, mit ganzer Hingabe, mit eurem ganzen Verstand und mit all eurer Kraft“

Markus 12,30

Das Herz ist der Ursprung für den Willen und den Geist. Wenn das Herz dabei ist, dann ist dein Körper auch mit am Start. „Du musst wollen, du darfst nicht lieben, was du willst und du darfst nicht denken, was du gerade denkst.“ Mit anderen Worten: Finde die Wurzel und den Ursprung der Sucht und du kannst in deinem Herz den unbedingten Willen für dein Vorhaben prägen. Gott will dein Herz prägen und er ist auf Dauer der Einzige, der dein Loch nachhaltig füllen kann. Ich habe mich so oft so schlecht vor Gott gefühlt. Immer wieder lag ich auf Knien und habe um Vergebung gebeten. Nie habe ich Gott nach dem Ursprung des Problems gefragt. Nie hat Gott aber Möglichkeit bekommen mein Herz zu packen und seinen guten Willen für mich in mein Herz zu legen. Ich habe es immer selbst versucht. Wenn du also den Urprung gefunden hast, dann lass Gott diesen Punkt heilen. Kein Partner der Welt wird dir jemals die Liebe schenken können, nach der du dich sehnst. Kein Therapeut dieser Welt kann dir wieder tief verankertes Selbstbewusstsein und Identität schenken. Kein Mensch kann dir im Herzen tiefe Ruhe und Frieden schenken. Das kann nur Gott. Bitte ihn konkret.

Jeder Tag= eine bewusste Entscheidung

Auch heute erinnert mich der Feind regelmäßig an meine vergangene Sucht. Klar, durch Céline war ich ja quasi gezwungen damit aufzuhören, aber ich habe auch den Ursprung gefunden. Ich bin ein Mensch, der sich ständig nach Liebe sehnt. Das war genau das, was die Sucht mir gegeben hat. Anstatt mein Herz nach der Liebe Gottes auszustrecken, habe ich mir die Liebe über diese Videos geholt. Das war einfacher, nicht anstrengend und erleichternd. Gott hat mein Herz geheilt und ich durfte Liebe von Gott erleben. Ja, ich bin frei, aber das bedeutet nicht, dass ich keine VERSUCHUNGEN mehr erlebe. Was machst du, wenn du alleine bist? Wenn ich alleine in der Dusche stehe oder Langeweile habe, dann kommen wieder alte Gedanken in mir hoch. „Ach ich bin allein, ist doch eh alles egal“, „Merkt doch jetzt keiner, ob ich was mache“, „Einmal mach ich es noch, danach ist Schluss“… Egal, ob verheiratet, in einer Beziehung oder Single, wir kennen diese Gedanken alle. Es bedarf einer täglichen Entscheidung gegen Sucht und FÜR Freiheit in Gott. Jesus hat den Tod besiegt und er schenkt dir einen starken Geist und die Kraft, dem standzuhalten. Denn: Was oder Wer dein Herz beherrschen darf, hat einen enormen Einfluss auf deinen Geist, deinen Körper und dein Verhalten. Wir dienen nicht mehr der Sünde, sondern wir sind Diener der Gerechtigkeit. Nicht mehr die Sünde herrscht über uns, sondern Jesus Christus. Es ist so wichtig, dass wir diese Dimension verstanden haben!

Das war jetzt keine Zauberformel. Einfach meine Geschichte und Erkenntnis, die Gott mir geschenkt hat auf dem Weg aus der Sucht. Ich hoffe, dass sie den ein oder anderen vielleicht ermutigt, sich auf den Weg zu machen, sein Herz zu ergründen.

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